…von und mit rehwald

DIY – Pilotleinenhaspel – eine Anleitung

Juni 20th, 2009 Posted in DIY, Geocaches

Vorige Woche stellte ich ja bereits die Entstehung meiner justierbaren Fußschlinge vor. Heute war ich wieder mal für einige Zeit in der Werkstatt verschwunden.

Ein gängiges Problem: um das Seil auf den Baum zu bekommen behilft man sich mit einer Pilotleine, die, um einiges leichter als ein Seil, relativ einfach mittels eines Wurfsacks, einer Zwille, Armbrust oder gar BigShot über einen Ast befördert wird um damit dann das eigentliche Kletterseil auf den Baum zu ziehen. So weit, so gut. Das Seil ist oben, die Pilotleine wieder unten. Üblicherweise als kleines, wirres Knäul. Spätestens beim nächsten Einsatz geht dann das Gefummel los um die Leine wieder auseinander zu bekommen…

Für derartige Probleme gibt es eine Reihe von Ansätzen. Es gibt Falttaschen in denen die Schnur lose, aber komprimiert am Vertüddeln gehindert wird. Man kann die Schnur lose aufwickeln und hoffen, dass das Bündel ein Bündel bleibt (was selten der Fall ist) oder man wickelt die Schur einfach sauber auf.

die bisherige Lösung

die bisherige Lösung

Bisher habe ich sehr erfolgreich eine Spindel mit Gartenschnur aus dem Baumarkt verwendet. Die Schnur hat keine wirklich lange Standzeit, wird schnell spröde und reißt (besonders lustig, wenn dies spontan beim Werfen passiert und der Wurfsack sich unkontrolliert und ungebremst durch die Botanik kämpft). Die Spindel ist etwas zu weich und die seitlichen Wangen sind viel zu klein um ihren Zweck zu erfüllen. Die Schnur rutscht dadurch immer wieder gerne von der Spindel und bildete dann die eigentlich zu vermeidenden Knäule. Abhilfe musste also her.

Auf der Suche nach einer Lösung wurde mir schnell klar, es musste ein vernünftige Haspel her. Es gibt eine ganze Reihe käuflich erwerbbarer Haspeln im Bedarf für Landwirtschaft (für Weidezaundrähte), Elektrotechik (Steuerleitungen) oder Drachenflieger. Das Problem ist dabei, dass diese entweder unhandlich, zu groß, instabil oder einfach zu teuer sind. Selber bauen war also angesagt.

benötigtes Material

benötigtes Material

Das Material, was ich dafür benötige ist im Grunde genommen nur etwas Speerholz, zwei alte Inliner-Rollen, samt Lager. Außerdem fand ein kleiner Eimer verwendung (findet man gelegentlich z.B. im Kühlregal bei den Nachspeisen), besser ist aber, wenn man etwas stabileres findet. Eine vom Durchmesser  passende Konservendose z.B.

ein Eimerchen

ein Eimerchen

Wer nun meint, seine Werkstatt hätte nicht die benötigte Ausrüstung: alles verwendete WErkzeug ist auf dem Bild oben festgehalten. Am meisten kam der Multimaster zum Einsatz. Der Akkuschrauber war nur für die Montage nötig. Und das Lochblech war mein improvisierter Zirkel.

Bevor es mit der Schnitzerei los geht, sollte man sich ein paar Gedanken über die benötigte Größe machen. Ich habe in etwa 18cm als Außendurchmesser gewählt. Der Innendurchmesser hängt von der Art der Innenkonstruktion ab. Bei mir bestimmte das gewählte Eimerchen den Durchmesser.

Scheibletten

Scheibletten

Insgesamt habe ich drei Scheiben ausgesägt. Eine volle Scheibe, sowie ein Ring mit dem gleichen Außendurchmesser wie die volle Scheibe. Als stabilisierendes Element habe ich noch einen zweiten, etwas kleineren Ring mit gleichem Innendurchmesser angefertigt.

Durchmesser passt

Durchmesser passt

Das Eimerchen als Kern hat allerdings den Nachteil, dass der Kunststoff doch etwas nachgiebig ist. Solange man die Schnur nicht zu fest aufwickelt geht es aber. Vielleicht werde ich mir da auch noch eine andere, leicht umzusetzende Lösung überlegen und dann hier berichten.

gekürzt

gekürzt

Der auf dem oberen Bild sichtbare Überstand wurde eingeschnitten und umgefalzt. Der Stabilisiserungsring fixiert dann diese Flügelchen und die durchgehenden Schrauben sorgen dafür, dass auch nichts mehr wieder rausrutscht.

eingeklemmt

eingeklemmt

Als Rückwand wird die volle Scheibe direkt auf den Boden des Eimers geschraubt. Eine der Inliner-Rollen wird als Griff im Inneren eingesetzt. Um einen besseren Griff zu bekommen, sollte man diese Rolle mit ein wenig Abstand einbauen. Mit dem Abstand und der genauen Position der Rolle muss man ein wenig herumprobieren. Bei mir besteht der Abstandhalter aus einem Stück Hartholz, welches mit dem Boden verschraubt wurde. Man kann auch eine Alu-Hülse nehmen und dieses samt der Rolle mit einer passenden Gewindeschraube mit dem Boden verbinden.

Mit Griff

Mit Griff

Auf der Rückseite wird noch eine, um einen Großteil ihrer Gummi-Lauffläche erleichterte, Inliner-Rolle als Drehgriff befestigt. Man kann die Rolle auch so belassen wie sie ist, ganz nach eigenem Geschmack.

Rückseite

die Rückseite

Das Endergebnis wird sicher keinen Schönheitspreis gewinnen, erfüllt aber seinen Zweck. Fürs erste ist erst einmal die 80m lange Gartenschnur aus dem ersten Bild aufgewickelt.

Fertig

Fertig

Bei den ersten Versuchen und Spulereien mit der Rolle habe ich allerdings gemerkt, dass die Rolle doch ein wenig groß ist um im ständigen Klettergepäck zu sein. Diese Rolle werde ich noch mit etwas festerer und längerer Leine oder Reepschnur ausstatten und dann in die Ausrüsstungskiste im Auto packen um bei schwierigen Situationen mit mehr Leinenbedarf eingesetzt werden zu können.

kleiner Bruder

kleiner Bruder

Für den Rucksack habe ich noch einen kleinen Bruder gebastelt. Der Aufbau ist hier eine ganz simple Spindel und auf der einen Seite mit einem Inliner-Rad als Handgriff. Leider habe ich von der Entstehungsgeschichte keine Bilder gemacht, aber mit ein bisschen Nachdenken, kann jeder selbst so etwas bauen.

Die um einiges kleinere Spule wandert nun in den Seilsack und ist immer dabei. Die Schnur ist die gleiche wie auf der großen Spule, und wird bei passender Gelegenheit auch ersetzt (spätestens wenn die jetzige zu kurz geworden ist). Auch hier passt ohne Probleme eine dickere und/oder längere Schnur drauf.

Viel Spaß beim eventuellen nachbauen.

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Der Beitrag wurde am Samstag, den 20. Juni 2009 um 20:05 Uhr veröffentlicht und wurde unter DIY, Geocaches abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

5 Responses to “DIY – Pilotleinenhaspel – eine Anleitung”

  1. matzotti sagt:

    Herr Rehwald, sie sind mein Tim Allen der Geocaching Welt !!!

  2. Gute Idee, schöne Arbeit. Als Innenteil würde sich anstatt Eimerchen ein Stück Kunststoff-Abwasserrohr anbieten. Das gibts in verschiedenen Durchmessern und ist stabil.

    • rehwald sagt:

      Das ich da nicht von alleine drauf gekommen bin! Und ich hab sogar noch einen Rest KG-Rohr in einem in etwa passen Durchmesser. Wenn ich die nächste Woche irgendwie Zeit finde, werde ich das mal umsetzen und dann hier berichten.

      danke für den Hinweis 😀

  3. Wenn du so weiter machst, bekommt der Sandmann doch noch seine gewünschte Rolltreppe 😉
    Gebastelt von T. „Harharhar“ Rehwald 🙂

  4. Lol und ich wickel immer um die Rolle die bei der Schnur dabei war – geile Idee, noch geilere Bilder (;

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