…von und mit rehwald

Einmal um die Müritz – Ein Erfahrungsbericht

August 6th, 2009 Posted in Caches

Irgendwann im Juli gab es eine Unterhaltung mit dem Sheep-Team. Die Schafe planten einen Urlaub in Krakow am See, mitten im schönen Mecklenburg. Geplant war unter anderem auch eine kleine Runde um die Müritz. Da sollte es sogar einen Cache geben der rund um die Müritz führte. Der Cache war mir bisher unbekannt, da er nicht direkt in meiner Homezone liegt, klang aber interessant. Der Name des Caches sagt ja eigentlich schon alles: GC1RPQM – Einmal um die Müritz. Also habe ich mir das Listing mal angesehen und war  sofort der Meinung: nur was für Bekloppte! Wann fahren wir los?

Müritzpanorama

Müritzpanorama

Laut Listing sind ca. 80km zurückzulegen und das Hauptaugenmerk bei der Auswahl der Stationen lag darauf nicht mit dem Auto zu erreichen zu sein. Also per Rad. Haben wohl auch schon andere gemacht. So wie es in den bisherigen Logs zu lesen ist, alles Urlauber die die Runde in mehrere Etappen unterteilt haben.  Wir hatten allerdings nicht vor, mehrere Tage für den Cache zu benötigen. Dies würde ja mehrere Anfahrten oder eine Übernachtung bedeuten. Um den Aufwand zu minimieren wurde also eine Tagestour angestrebt. Um den eigenen Fitnesslevel auf das notwendige Mindestmaß zu bringen waren ein paar Übungstouren z.B. um den Schweriner Außensee, direkt vor der Haustür, oder auch eine Cache-Radtour bei Hagenow zu absolvieren. Ziel war es das Logbuch vor Ende des Urlaubs zu signieren. Mitten in die Planungen kam dann erst einmal die Hiobsbotschaft: „Dose gemuggelt – Cache deaktiviert“. Na toll. E wurde zwar angeboten die Logerlaubnis nach zumailen der korrekten Daten zu erhalten, aber das ist ja nur ein „Trostpreis“ gegenüber dem Gefühl, das man hat, wenn man nach einer solchen Anstrengung selber im Logbuch rumkritzeln darf. Knapp8 Tage später dann die freudige Botschaft, dass die Dose ersetzt an neuer Koordinate zu finden ist. Hierfür wurde auch die erforderliche Formel angepasst, was natürlich sofort auf das bereits ausgedruckte Listing übernommen wurde (wie sich später herausstellen sollte – ein Fehler).

Start und auch Ziel der Runde

Start und auch Ziel der Runde

Nun sollte es also endlich losgehen. Der Wetterbericht wurde studiert und ein Tag verbindlich festgelegt. Den Kindern wollten wir diesen Kraftakt nicht zumuten und so wurde eine Unterbringung bei Oma und Opa organisiert. Der Tag begann relativ früh, da wir spätestens um 10 Uhr vor Ort sein wollten. Pünktlich um 10:20 Uhr ging es dann auch zu dritt, mit dabei war neben meiner Frau auch ihr „kleiner“ Bruder, vom Eingang des Müritznationalparks los.

Nicht nur Flora, auch Fauna gibt es zu sehen.

Nicht nur Flora, auch Fauna gibt es zu sehen.

Die ersten Stationen waren schnell erreicht und dank zweier Abkürzungen über zwar nicht ganz so schöne, aber erheblich kürzere Wanderwege, haben wir uns relativ schnell durch den ausgesprochen schönen Nationalpark gearbeitet. Meiner Meinung nach der schönste Teil der gesamten Runde.

Ich sehe tote Bäume...

Ich sehe tote Bäume...

Besonders die Station 3 ermöglichte einem einen genialen Ausblick in den Nationalpark.

beschauliche Zuflüsse

beschauliche Zuflüsse

Ein echtes Abenteuer waren dann die Stationen 5 und 6. Man sollte an der 5. Station irgendwie über den Kanal kommen (mit den Rädern) und dann einen Wanderweg zur nächsten Station fahren. Leider gibt es diesen Weg nicht mehr. So wurden aus den ursprünglichen 1,5km etwa 7,8km. Alternativ wäre noch eine etwas abenteuerliche Variante direkt am Wasser möglich gewesen. Erst über einen FKK-Strand und dann durch einen Schilfgürtel. Wahrscheinlich wären wir aber daran gescheitert, da das Ufer in weiten Teilen als Moorgebiet ausgewiesen ist.

wackelige Angelegenheit

Indiana Jones lässt grüßen

ganz schön viele Boote

ganz schön viele Boote

So haben wir nun den Kanal zweimal überquert und dann die Straße genommen um zur nächsten Station zu kommen. Vor Ort dann eine Überraschung: DBuddi kam uns plötzlich aus dem Dickicht entgegen, als wir wieder von der Bullenweide zurückkamen. So konnten wir ihm dann erzählen, dass ihn dort ein paar Longhorn-Rinder erwarten. Zumindest meinten wir, dass es solche waren, denn auf den knapp 600m, die wir die eingezäunte Weide überqueren  mussten, haben wir die Tiere nur einmal von weitem gesehen. Und sie waren leider zu schnell geflüchtet, als dass ich ein Foto machen konnte. Aber besser als auf uns loszugehen.

Klettermaxe

Klettermaxe

Dann folgten erst einmal ein paar Straßenkilometer durch Rechlin und über die Brücke über den Müritzarm. auf diesem Teilstück haben wir dann noch unseren einzigen Beifang eingesammelt. Aber auch nur, weil die Dose direkt an der Strecke lag.

Jetzt erst mal eine Pause

Jetzt erst mal eine Pause

Die ab hier folgenden Stationen hatten es dann ziemlich in sich. Also weniger die Stationen, als die Strecken zwischen ihnen. Es gab einiges an Steigungen und Gefällen zu bewältigen. Immerhin auf 10% Steigung hat die Strecke direkt vor dem höchsten Punkt der Runde. Eigentlich hätte dort noch ein Fernglas gefehlt. Ab hier war dann auch mit Motivationsproblemen zu kämpfen und ich hatte mir das erste Mal nach langer Zeit mal wieder die Frage gestellt, was ich hier eigentlich mache. Kurzerhand wurde dann die Parole ausgegeben: „In Klink gibt es Eis für alle“.

Hach. Da wäre ich jetzt auch gerne drauf.

Hach. Da wäre ich jetzt auch gerne drauf.

Prompt ging es wieder weiter und ehe wir es uns versahen, tauchte plötzlich hinter den Bäumen das Klinker Schloss auf. Juchu, wir sind in Klink. Das Eis haben wir uns alle wohl verdient und bei einer längeren Rast direkt am Yachthafen genossen.

Juchu, endlich ein Eis...

Juchu, endlich ein Eis...

...aber vorher noch mal kurz auf die Mole.

...aber vorher noch mal kurz auf die Mole.

Nebenbei haben wir schon einmal die Finalkoordinaten versucht zu ermitteln. Immerhin hatten wir schon alle Zahlen für diese Aufgabe zusammen. Aber egal was wir rechneten, die Koordinaten zeigten ins Wasser. Das kann doch nicht wahr sein. So kurz vor Schluss können wir doch nicht an so einer Aufgabe scheitern. Wir konnten alle Zahlen, bis auf eine, mit Fotos belegen. Wir hofften auf einen Fehler bei der Formel. Immerhin hatte ich diese händisch im Ausdruck durch die neue Formel ersetzt. Zwei mal und dann noch einmal auf der Rückseite aufgeschrieben. Alle gleich. Trotzdem immer das falsche Ergebnis. Zurück fahren um die eventuell falsche Zahl noch einmal zu überprüfen kam nicht in Frage.

Beim Eis essen Boote gucken.

Beim Eis essen Boote gucken.

Wir fuhren also erst einmal weiter um die restlichen drei Stationen einzusammeln. Als wir dann alle zusammen hatten und das Rechenergebnis immer noch so bescheiden aussah, haben ich den Telefonjoker gezogen und Marc vom Sheep-Team angerufen und ihn gebeten meine Version der Formel mit dem Online-Listing abzugleichen. Dies wollte er dann auch tun und gleich zurückrufen. Bange Minuten des Wartens setzten ein, die Stimmung ging gegen Null, doch dann klingelte endlich das Telefon und Marc sagte, dass es da wohl einen Schreibfehler in meiner Formel gäbe, der im Minutenbereich liegt. Statt 53° 31 hatte ich 53° 30 aufgeschrieben. Diese „kleine“ Abweichung macht sich natürlich extrem bemerkbar. Die nun ermittelte Koordinate lag schön nahe und sah auf der Karte auch logisch aus. Also wurde der Versuch unternommen die Dose zu finden.

Es wird endlich geloggt.

Es wird endlich geloggt.

Das Ergebnis stimmte dann auch zu 100%. Endlich. Die Mühen für diese Anstrengungen war ein großes schwarzes Weckglas mit Zahlenschloß. Versteckt unter ein wenig Borke, Ästen, Laub und Nadeln.

das "Team"

das "Team". Alle. Fix und alle.

Nun mussten wir nur noch zurück zum Auto. Hier war die Motivation plötzlich wieder da, denn das Auto heißt ja auch nicht mehr auf dem Rad sitzen zu müssen. Im Sprint sind wir dann durch Waren, am Hafen und den übervollen Restaurants mit all den Fahrradtouristen, mit denen wir uns den Tag über die Wege geteilt hatten, vorbei und direkt wieder zum Eingang des Nationalparks. Dort, wo alles begann, stand unser Auto und wartete auf uns.

So, Räder wieder aufgeladen.

So, Räder wieder aufgeladen.

Die Reihen hatten sich schon merklich gelichtet und außer uns standen nur noch zwei weiter Autos auf dem Platz. Am Morgen war hier erheblich mehr los. Außer dem Ranger war hier auch keiner der hunderten Radfahrer mehr anzutreffen, die wir den ganzen Tag über überholt haben, die uns entgegengekommen sind, die uns im Wege standen, denen wir im Wege standen und die auch nur einen schönen Tag an Deutschlands größtem Binnensee verbringen wollten.

Wurde aber auch Zeit, die Sonne geht schon unter.

Wurde aber auch Zeit, die Sonne geht schon unter.

Zum Abschluss noch ein wenig technische Daten der Tour: wir haben in 9 Stunden und 21 Minuten ganze 84,9 km zurückgelegt um die 21 Stationen und den Final anzusteuern und damit eine Fläche von 171 Quadratkilometern eingekreist. Wir haben jeder 3 Liter Wasser getrunken, ein Eis und zur Stärkung danach noch ein Menü beim bösen, bösen Fastfoodrestaurant Familienrestaurant verzehrt.

Ich möchte mich vielmals bei socialtiger für diesen tollen Cache bedanken.

Update:

DBuddi, dem wir ja an Station 6 begegneten, hat den Cache innerhalb der nächsten zwei Tage ebenfalls zu Ende gebracht und hierzu ein Video gemacht. Im Laufe des Videos kann man etwas sein Motivationsloch und den Frust über den Cache erkennen, was ihn dann dazu erwog, die Tour in mehrere Teile aufzuteilen und dadurch dann doch noch zu einem guten Ende und mit etwas Abstand auch sehr positiven Meinung zu der Runde zu kommen.

Hier das Video:


 

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Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 6. August 2009 um 01:13 Uhr veröffentlicht und wurde unter Caches abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

6 Responses to “Einmal um die Müritz – Ein Erfahrungsbericht”

  1. struwwelchen sagt:

    Sehr schöner Bericht, der direkt Lust macht, den nächsten Sommerurlaub doch nochmal dort oben zu verbringen! Wenn ich das damals (2003)gewusst hätte; aber da war ich eine Woche muggelmässig unterwegs, GC kam erst später.
    Btw, wieso sind da nur 2 Räder auf dem Auto? Seid Ihr nicht zu dritt gewesen?
    Grüße aus Heidelberg
    struwwelchen

  2. rehwald sagt:

    Das dritte Rad (das vom „kleinen“ Bruder) war, dank Schnellspannern, kleinem Mountainbike-Baumaß und mangels drittem Träger, im Kofferraum untergebracht. Um ehrlich zu sein haben wir nicht wirklich viel von der Landschaft mitbekommen. Auch Bilder habe ich nicht allzuviele (für die Kilometerleistung) gemacht, da wir einfach noch vor Dunkelheit wieder am Auto sein wollten/mussten.

  3. D-Buddi sagt:

    vorweg mal einen herzlichen Glückwunsch zum Umrunden an einem Tag!! Wir haben zwar nur 10 Kilometer weniger auf der Uhr, allerdings mit vielen Abstechern gerade mal gut die Hälfte an einem Tag bewältigt. Offen gestanden hatten wir aber auch keine Lust mehr weil uns der Cache nicht soooo sonderlich gefiel. D.h. toller Leistung den auszulegen, keine Frage, toller Cache, ebenfalls keine Frage aber einfach nicht so unser Geschmack… Der Teil im Nationalpark war recht gut, aber auch dort war es schon recht voll. Dananch war es ja eine regelrechte Fahradautobahn, entspanntes Fahren kaum möglich da man schauen mußte nicht irgendwo unter die Räder zu kommen…

    Aber wir kämpfen und arbeiten dran ihn noch zu Ende zu bringen, das bin ich meinem Hintern schuldig 😎

  4. Dekaman sagt:

    Vielen Dank für den schönen kurzweiligen Beitrag. Ich ziehe meinen Hut vor Euch. Da wir ab dem 11.10.09 in der Nähe sind, überlege ich nun, wie wir das den Frauen beibringen. Deren Schmerzgrenze liegt bei 50km 😉
    Der Beitrag macht Lust auf Mehr.

    Grüsse aus Sachsen,

    Dekaman

  5. D-Buddi sagt:

    @Dekaman: Man kann den auch ganz gut in zwei Teilen machen. Z.B. in Waren irgendwo eine Unterkunft, dann runter bis zum südlichen Zipfel und mit dem Schiff zurück nach Waren. Am nächsten Tag dann mit dem Schiff wieder nach Süden und mit dem Fahrrad wieder hoch. Die Schiffe sind eigentlich auch ganz witzig.

  6. […] die Verzierungen ihrer Artikel nutzten. Nun bin ich gerade aktiv am Zusammenstellen meines neuen Geocaching-/Abnehmduell- und zur Arbeit-fahr-Fahrrades. Stabil soll es werden breite Felgen soll es bekommen […]

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